Seniorenbegleitservice 2014 – 16

Von Sommer 2014 bis Ende 2016 durfte ich den Seniorenbegleitservice mit einigen Schülerinnen und Schülern der jeweiligen 9. Klassen durchführen. In dieser Zeit haben insgesamt genau 50 Jugendliche mitgemacht und sich für eine Zeit von einem oder zwei Schulhalbjahren mit Seniorinnen und Senioren aus der Gropiusstadt getroffen.

Da es ein Pilotprojekt war, hat sich einiges im Laufe der Zeit verändert. Die Schülerinnen und Schüler des ersten Jahrgangs sind immer in einer festen Zweier-Gruppe zu einer Senior oder einer Seniorin nach Hause gegangen um dort alle zwei Wochen an einem Nachmittag Gesellschaft zu leisten oder mit kleinen Tätigkeiten im Haushalt zu helfen. In der anderen Woche haben die Jugendlichen in der Schule kleine Weiterbildungen zu relevanten Themen erhalten wie z. B. Krankheit im Alter, Erste Hilfe, Biografiearbeit, Altern in unserer Gesellschaft (mit Museumsbesuch), Kommunikation etc…

Von Jahr zu Jahr haben wir Elemente verändert, die beim vorangegangenen Durchlauf nicht so gut gelaufen waren. Auch dafür waren die regelmäßigen Einzelgespräche sehr wichtig.
So haben im nächsten Schuljahr nur noch die Schülerinnen und Schüler teilgenommen, die sich dafür interessiert hatten und in einem Vorgespräch ausgewählt wurden. Sie wurden dann auch nicht mehr in feststehende Gruppen, sondern jedes Mal neu aufgeteilt worden, je nach Krankheitsstand und Wohlbefinden bei „den Jungen und den Alten“. Das hat gut geklappt. Es gab sogar ein Rollstuhltraining sowie einen generationsübergreifenden Workshop mit dem Projekt „Heroes – gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ zum Thema „Gleichberechtigung heute und früher aus interkultureller Perspektive“.

Im darauffolgenden Jahr haben wir uns alle gemeinsam als große Gruppe mit den Seniorinnen und Senioren im großen Saal der Seniorenresidenz im Kurt–Exner-Haus getroffen. Hier haben wir Gesellschaftsspiele gespielt oder aus dem Leben erzählt. Dadurch sind diese Treffen zu gegenseitigen Zeitzeugenerzählungen geworden. Diese haben wir in den Schülertreffen vorbereitet. Die Themen handelten vom Zweiten Weltkrieg über die Nachkriegszeit, den Mauerbau und die DDR über die Zeit, als „Gastarbeiter“ eingeladen wurden, bis zum Mauerfall. Diese haben wir mit Film, -Fotomaterial vorbereitet. Das war wichtig, damit die Schülerinnen und Schüler etwas von dem Erzählten verstehen konnten. Zum Beispiel berichteten einzelne Seniorinnen, dass sie tatsächlich als Kinder oder Jugendliche auf die „Rosinenbomber“ gewartet haben.
Außerdem hatten wir nette Weihnachtsfeiern und manchmal auch tiefergehende Fragen und Versuche von Antworten.

Insgesamt hat es mehr und mehr Spaß gemacht und am Ende wollten fast alle nicht mehr aufhören!

Die beiden Generationen sind sich näher gekommen, haben Respekt und Achtung füreinander erlangt und die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler können sich nun auch etwas mehr vorstellen, was es bedeuten kann mit Seniorinnen und Senioren zu arbeiten.

Mit hat es viel Spaß gemacht und ich möchte mich nochmals bei allen bedanken, die mitgewirkt haben, und grüße euch Schüler und Schülerinnen ganz herzlich!
Alles Gute für euch!

Milena Engelmann
Kontakt unter: 030 – 44 709799

Hier noch ein paar Zitate von Grüssen:

Schülerin 1:
„Liebe Frau…, Sie sind eine freundliche und tolle Seniorin. Sie waren oft glücklich und immer gut drauf. Sie sind eine tolle und starke Frau. Ich war wirklich gern bei Ihnen … aber leider ist die Zeit vorbei. Ich werde Sie nie vergessen.“

Schülerin 2 :
„Frau.. Sie sind sehr sympatisch und es hat viel Spaß gemacht mit Ihnen zu spielen. Sie sind eine sehr nette und freundliche Person.“

Schülerin 3:
„Liebe Frau …, Sie sind einte tolle und freundliche Oma. Sie waren immer Gastfreundlich zu uns. Ihr Kakao hat immer sehr lecker geschmeckt. Sie haben immer interessante Geschichten erzählt.“

Schüler 4:
„Liebe Frau…, es hat mir Spaß gemacht mit Ihnen zu spielen. Es freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte. Ich hoffe es, es wird Ihnen noch lange gut gehen.“

Seniorin 1:
„Ich wünsche euch, dass ihr immer gut und gesund bleibt! Ich wünsche euch auch, dass ihr immer gut in die Schule gehen könnt, weil ich ja im Krieg durch den Bombenalarm in die Schule musste, das war sehr schlimm und ich wünsche euch, dass euch das nie passiert!
Alle Schüler, die ich bei mir hatte, sind alles nette Kinder und ich grüße euch von Herzen!“

Seniorin 2:
„Ich wünsche euch, dass ihr im Leben und auch beruflich erreichen könnt, was ihr euch selber vorstellt. Man sagt oft: Das Leben ist doch kein Wunschkonzert! Aber ich sage euch: Doch! Es ist eins! Man muss nur ganz tief und ehrlich in sich hineinhören. Sonst findet man sich ja nur damit ab, was einem angeboten wird, und dann wird man unzufrieden. Manchmal muss man im Leben auch den Mut haben, Veränderungen wahrzunehmen. Das gilt im Beruflichen wie im Privaten!
Ich möchte mich bedanken für die Zeit mit euch zusammen! Es hat mir mit allen gleich viel Spaß gemacht. Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft!“

Seniorin 3:
„Ich bin jeder Zeit für euch Schüler da, die bei mir waren!
Ich wünsche euch, dass ihr euch den richtigen Beruf aussucht, und damit jetzt schon anfangt zu suchen und nicht erst auf den letzten Drücker: Die Betriebe jetzt schon anschauen! Was hat der Betrieb für Vorzüge, auf die man sich bei der Bewerbung im Vorgespräch beziehen kann?
Auf diesem Weg möchte ich euch viele Grüße schicken und drücke euch die Daumen, dass alles, was ihr euch vorstellt, auch in Erfüllung geht!“

Seniorin 4:
„Für all diese Zeit, die wir zusammen sein konnten, möchte ich euch danken! Ihr ward so, wie ich mir jugendliche Schüler vorgestellt habe: freundlich, höflich, nett und pünktlich! Ihr ward mir auch im Garten und beim Einkaufen eine echte Hilfe! Dafür möchte ich euch danken und auch für die netten und lustigen Gespräche!“

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